Silbermond_BlogKiel. Silbermond. Friedrich Nietzsche. Das sind die Stichwörter für heute… Das Schicksal wollte es, dass wir für das Konzert der Band Silbermond („Leichtes Gepäck“-Tour) nach Kiel gefahren sind. Schon beim Aussteigen in der Kieler Innenstadt drängt sich einem gleich das erste Nietzsche-Zitat auf: „Lieber sterben als h i e r leben.“ (Ja, ich weiß, Kiel hat auch schöne Ecken. Bloß, wo waren die nochmal?) Das, was früher Ostseehalle hieß, ist heute natürlich eine „Arena“. Ein Kampfplatz also. Hier kämpft inzwischen offensichtlich die Bank, nach der der hässliche Bau benannt ist. Gegen wen eigentlich?

Egal, drinnen ist das alles vergessen. Silbermond gibt ein tolles Konzert. Die Sängerin, Stefanie Kloß, ist unglaublich charmant, die Texte sind anrührend und klug. Nachdem es letztes Mal von Silbermond zu Bertolt Brecht ging, landen wir heute wegen ihres Titels „Allzu menschlich“ bei Friedrich Nietzsche (1844-1900), dem großen Philosophen… weiterlesen »

Ovid_BlogAchtung! Leon-Noel und seine Freunde entern jetzt langsam den Arbeitsmarkt. „Leon-Noel“ steht pars pro toto für eine Generation verhätschelter und verwöhnter Kinder, deren Eltern keine Grenzen mehr setzen. Erfunden hat ihn Ursula Kals für ihren Artikel „Ich, ich, ich“ (Frankfurter Allgemeine Woche, 29. April 2016). Und sie fragt: „Was passiert, wenn Leon-Noel seinen ersten Arbeitstag hat?“

Diese Heimsuchung wird mit Sicherheit auch Ihr Unternehmen treffen! Leon-Noel findet sich großartig. Schon von klein auf hat er Lob für Dinge bekommen, die für andere selbstverständlich sind. Er ist die Sonne im Sonnensystem seiner Eltern. Sein Zimmer hat seine Mutter aufgeräumt. Oder die Putzfrau. Oder niemand. Er jedenfalls nicht. Seine Eltern möchten gerne seine Freunde sein, nicht seine Eltern. Deswegen bieten sie ihm größte Freiheiten ohne Gegenleistung. Meistens bekommt er das, was er haben möchte. Wenn er dann erwachsen ist, hat er sich vollkommen in seiner Eitelkeit und Selbstgefälligkeit eingerichtet. Nur eines hat er nicht: ein realistisches Selbstbild. Er wird nicht dankbar dafür sein, dass Sie ihm einen Job geben, sondern er findet, dass Sie sich glücklich schätzen können, dass er Ihr Unternehmen überhaupt mit seiner Anwesenheit beehrt. weiterlesen »

Neulich habe ich eine kluge Frau kennengelernt. Um die Situation zu beschreiben, muss ich etwas ausholen… Mein Sohn ist neun. Zweimal im Jahr braucht er neue Sachen zum Anziehen. Da mir generell das Wort „Shopping“ missfällt und auch das dazugehörige langwierige Procedere, gehen wir ganz einfach zielgerichtet einkaufen. Und weil sich genau das mit einer Großstadt wie Hamburg nicht verträgt, weichen wir aus in meine Heimat. Nach Niedersachsen.

Wir stellen uns also vor: Kleinstadt. Provinz. Ehemaliges Zonenrandgebiet. Fachwerkhäuser. Und praktisch der einzige Klamottenladen am Ort. Wir kaufen ein. Hosen gehen noch glatt durch. Bei den Oberteilen wird es schwierig. Ich schließe T-Shirts in Tarnfarben mit militaristischen Aufdrucken aus. Er schließt schlichte dunkelblaue Polohemden aus. Wir müssen aber jetzt hier was kaufen.

Und dann findet er ein – immerhin – Polohemd… nur leider in einer Unfarbe! Anthrazit, verwaschen. An allen Nähten und Paspeln scheinen großflächig weißliche Waschmittelreste zu hängen. Das Ganze sieht aus wie vor 30 Jahren aus dem Altkleidercontainer gezogen. Ich zwinge mich, ruhig zu bleiben. weiterlesen »

buch_tastatur_blogKennen Sie das? Eigentlich wollten Sie heute noch ein wichtiges Konzept versenden. Oder eine Entscheidung fällen, die so richtungsweisend für die kommenden Monate wäre. Oder ein Gespräch mit Mitarbeitern oder Kollegen führen, das überfällig ist. Aber irgendetwas widerstrebt Ihnen. Irgendwie will es heute nicht so einfach von der Hand gehen. Und irgendetwas hindert Sie daran.

Das könnte eine Situation sein, in der wir einmal über Kairos nachdenken sollten. Im Gegensatz zu Chronos, dem Gott der Zeit in der griechischen Mythologie, steht die Gottheit Kairos für den günstigen Augenblick. Und dieser günstige Augenblick ist für jeden von uns ein anderer. Wir alle haben unser eigenes Tempo und unsere eigene Tagesform. Wir haben unseren eigenen Pulsschlag. Und einige von uns sind morgens um sechs am leistungsstärksten und kreativsten, andere abends um zehn. weiterlesen »

Gemuesestand_BlogAm Sonntag Abend war ich mit meiner Freundin B. – wir haben’s nicht so mit „Tatort“ –  in einem Hamburger Spa. „Fitness. Wellness. Bodycare“ ist da die Devise. Nach Dampfbädern, Heu-Kräuter-Sauna, Aroma-Sauna, Kneipp-Becken und dem Pool-Bereich waren wir in beschwingter, leichter Urlaubsstimmung. Und wie immer in solchen Situationen dachte ich: „Du machst sowas viel zu selten!“ Beim Rausgehen stutzte ich dann kurz. Es gab noch etwas für den Eintrittspreis! Jemand hatte auf eine Tafel im Foyer ein Sokrates-Zitat geschrieben. Für den Weg sozusagen:

„Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“

Fitness. Wellness. Sokrates… Bei der Vorstellung, dass einer der trainierten, bodygeshapeten jungen Mitarbeiter des Fitness-Clubs zwischendurch noch Sokrates-Weisheiten verbreitet, fällt mir ein weiteres Zitat ein. Diesmal von Erich Kästner: weiterlesen »