Musil_BlogIch habe das gesagt. Ich habe diesen blöden Satz wirklich gesagt. Unterwegs mit meiner Schulfreundin und den Kindern auf einer Gartenausstellung. Nachdem ich den Erwerb einer XXL-Hängematte für 2.300 Euro (heißt jetzt übrigens „Day-Bed“) und den eines Garten-Whirlpools für den „Preis auf Anfrage“ mit dem Hinweis auf den miserablen Sommer abwettern konnte, drängte mein Sohn mich zum Kauf zweier Gemüseschäler. Einen für mich, einen für ihn. Er ist Linkshänder. Und dann kam mein Satz: „Na gut, wir kaufen einen Linkshänderschäler und einen normalen.“

Tja! Mein Sohn kommentierte das nicht einmal, sondern verbesserte nur schlicht: „Wir kaufen einen Linkshänderschäler und einen Rechtshänderschäler.“ Er neun, ich Mitte vierzig. Er Grundschule, ich Doktorin der Philosophie. Zeit also, mal nachzudenken… weiterlesen »

Literatur_contra_work_BlogKann es sein, dass Lesen nicht nur die Dummheit gefährdet, sondern womöglich auch unser Bruttosozialprodukt? Muss es hier heute „Literatur contra work“ statt „Literatur@work“ heißen? Wir müssen dieser Frage nachgehen …

Auf einer sehr schönen Geburtstagsfeier (danke nochmal, B.!) verbrachten wir kürzlich in größerer Runde eine der späteren Stunden damit, uns gegenseitig Lektüren zu empfehlen. Die Frage: „Welche zwei, drei Bücher, die du in letzter Zeit gelesen hast, empfiehlst du weiter?“ Meine literaturbegeisterte Nachbarin schloss das Plädoyer für ihren Tipp mit dem folgenden Satz: „Ich habe wirklich überlegt, mich bei der Arbeit krank zu melden, um dieses Buch endlich zu Ende zu lesen.“

Ist das mal ein Kompliment für ein Werk? Von einer Geschichte so gefangen zu sein, dass jede andere Tätigkeit einem wie Zeitverschwendung vorkommt? Dieses Phänomen beschreibt der englische Schriftsteller Alan Bennett in seiner witzigen Erzählung „Die souveräne Leserin“ (2008), in der die britische Königin Schritt für Schritt zur passionierten Literaturliebhaberin wird: weiterlesen »

Bach_BlogLieben Sie auch so sehr die Musik Johann Sebastian Bachs? Seine hinreißenden geistlichen Kantaten? Rund 200 sind uns davon erhalten, weit über 300 müssen es wohl mal gewesen sein. Oder seine Orgelwerke – auch über 200? Diese tiefgründigen Kompositionen, durch die uns oft ein musikalisches Thema begleitet. Ein Thema, das uns vertraut ist, das uns trägt, das wir sogar unbewusst wahrnehmen. Das ist der Cantus firmus, der „feststehende Gesang“, mit dem Bach so gerne gearbeitet hat. Viele andere Stimmen mögen ihn begleiten und umspielen, er aber bleibt im Wesentlichen unverändert. Dieser alte Begriff ist mir jetzt in einem anderen Zusammenhang wiederbegegnet… weiterlesen »

Spiegel_Kreativität_BlogNur gut fünf Minuten lang war ich unbeaufsichtigt im Bahnhof Hamburg-Altona unterwegs. Leider reichte diese Zeit mal wieder aus, um eine teure Zeitschrift zu kaufen. Dieses Mal „DER SPIEGEL Wissen“, 7,90 Euro. Das Thema: „Kreativität. Der Schlüssel zu Glück und Erfolg“. … „Der Schlüssel zu Glück und Erfolg“? Schon dieser Untertitel hätte mich warnen müssen. Wer schreibt heute noch so etwas? Auch dass die Zeitschrift sich „Das Magazin für ein BESSERES LEBEN“ nennt, ist mir erst zu Hause aufgefallen…

Eines der Titelthemen: „Wie kreativ bin ich? Der große Test“… Falls Sie das auch wissen möchten („Hier können Sie selbst Ihre Fähigkeiten ausprobieren“, heißt es), nun also die erste Frage: weiterlesen »

Rasenmaeher_BlogEs gibt Dinge, die können wir nicht. Das ist blöd und manchmal wirklich nicht zu ändern. Und es gibt Dinge, von denen wir behaupten, wir könnten sie nicht, weil wir sie in Wirklichkeit nämlich gar nicht machen wollen. Die meisten Frauen zum Beispiel (und ich spreche da aus Erfahrung) können jedes, wirklich jedes Elektrogerät bedienen. Keinerlei Probleme haben wir mit Smartphones, Tablets, elektrischen Zahn- oder Gesichtsbürsten und allem, was es sonst noch so gibt. Nur beim Rasenmäher hakt es komischerweise. Wo ist da bloß der Stecker? Gab es da nicht irgendwo noch ein Verlängerungskabel? Welchen Knopf musste ich nochmal drücken? Oder erst den Griff…? Und in Wirklichkeit, meine Damen, hoffen die meisten von uns doch immer noch, dass mal kurz ein Mann vorbeikommt und den Rasen für uns mäht… weiterlesen »