Ich musste dort nicht hin. Ich durfte dabei sein, beim großen Schulausflug unseres Sohnes in den Hamburger Jenisch-Park. Über 400 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren spielten, liefen und tobten über die Wiesen und durch die Büsche. Es flogen Frisbee-Scheiben, es flogen Fußbälle. Es wurden Kastanien gesammelt, man bewarf sich mit Eicheln. Und sie spielen heute tatsächlich wieder (oder immer noch) „Räuber und Gendarm“. Es gibt kein schöneres Bild als Hunderte von bunten Kindern, die einfach mal frei und glücklich sind.
Schon auf dem Hinweg war ich überrascht, dass E., der Freund unseres Sohnes, mich auf meinen Fahrradunfall ansprach. Ich hatte mir zwei Wochen vorher ziemlich schwer den Fuß verletzt, und E. war unmittelbar dabei. Und obwohl er jetzt mitten unter Gleichaltrigen war, und eigentlich vollkommen beschäftigt, fragte er mich – wirklich interessiert –, ob es mir wieder besser gehe. Sind wir Erwachsenen da nicht oft viel schneller zurück beim Tagesgeschäft? weiterlesen »
Auf einem sehr schönen Spätsommerfest dieses Jahres meyerhoffte es mal wieder gewaltig. Meine Freundin U. feierte ihren Geburtstag im Hamburger Jenisch-Park. Und schnell ging es wieder um Joachim Meyerhoff (geb. 1967). Das Multitalent. Den Burg-Schauspieler. Den Thalia-Schauspieler. Den begnadeten Schriftsteller. Vollkommen Meyerhoff-geschwängert war sozusagen die Luft. Welches seiner drei bisher erschienenen Bücher sei das beste? (Favorit war „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, 2015) Wann kommt das vierte raus? Wer war wann auf einer Meyerhoff-Lesung? Wer hat da wen getroffen? Und wer hat Karten für die nächste?
Es besteht Grund anzunehmen, dass wir um so weniger denken können, je primitiver wir sprechen. Je weniger Mühe wir uns geben, uns sprachlich mitzuteilen, je einfallsloser unsere Sprache wird, desto plumper wird auch unser Denkvermögen. Und damit unser gesamtes Sein. Diese Idee hatten allerdings schon andere vor mir. Einer davon: der große Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951). Er hinterlässt uns in seinem „Tractatus logico-philosophicus“ (1921) den brillanten Satz: