…angeblich mal wieder die Amerikaner. Vermeintlich im 20. Jahrhundert… Stimmt aber nicht! Es war Heinrich von Kleist (1777-1811), einer unserer ersten wirklich modernen Schriftsteller. Und bei ihm hieß es damals auch viel schöner und klüger Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden. Einen Essay in Briefform nannte er so, und das Original stammt von 1807/1808.

„Wenn Du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst [er meinte „Nachdenken“], so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen. Es braucht nicht eben ein scharfdenkender Kopf zu sein, auch meine ich es nicht so, als ob du ihn darum befragen solltest: nein! Vielmehr sollst Du es ihm selber allererst erzählen.“ weiterlesen »

Kreativität und Chaos: „Ich verfüge nur über ein Zimmer für meine ärztliche Praxis und meine Schriftstellerei“, schrieb Gottfried Benn (1886-1956) einmal in der „Welt am Sonntag“. Auf seinem Schreibtisch, der nur rund 70 x 130cm groß gewesen sei, „liegen große Bündel von Briefen (die ich noch nicht beantwortete), von zugesandten Manuscripten (die ich noch nicht las), von Zeitschriften, Büchern, Probesendungen von Medikamenten, Stempelkissen (für die Rezepte), drei Kugelschreiber, zwei Aschenbecher, ein Telefonapparat. Es ist eigentlich kein Raum zum Schreiben da, trotzdem ermögliche ich es durch Fortschieben der Massen mit Hilfe der Ellenbogen. …“ weiterlesen »