schiller_goethe_blogDicke Luft in Weimar. 1787 war Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) schon seit 12 Jahren dort. Mit Herder und Wieland kam die Diva der Deutschen Klassik ja ganz gut zurecht. Aber jetzt zog Friedrich Schiller (1759-1805) in die unmittelbare Nachbarschaft. Zehn Jahre jünger, ein Stürmer und Dränger, berühmt durch die revolutionären „Räuber“… Den mochte er nicht:

„Ich vermied Schillern, der, sich in Weimar aufhaltend, in meiner Nachbarschaft wohnte. Die Erscheinung des Don Carlos war nicht geeignet, mich ihm näher zu führen, alle Versuche von Personen, die ihm und mir gleich nahestanden, lehnte ich ab, und so lebten wir eine Zeitlang nebeneinander fort.“

Diese „Zeitlang“ dauerte sechs Jahre, in denen sich die beiden kaum grüßten! Dann erst hatten sie eines abends denselben Heimweg, und weil sie sich dabei wider Erwarten so gut unterhielten, guckte Goethe noch kurz bei Schiller vorbei.

Und dann? Dann entstand daraus eine der bemerkenswertesten Freundschaften und einer der erfolgreichsten Think Tanks der Weltliteratur… weiterlesen »

adorno_tasche_blogEine perfekte Möglichkeit, sich von seiner besten Seite zu präsentieren! Ihre Mitmenschen, auch fremde, interessieren sich für das, was Sie lesen! Die Umfrage-Ergebnisse der Aktion „Achtung Buch“ eröffnen uns ganz neue Chancen: Fast 60% der Befragten versuchen, heimlich herauszubekommen, was andere in der Öffentlichkeit lesen, zum Beispiel in der Bahn oder im Café… Warum soll das nicht auch fürs Büro gelten? Das ist die Gelegenheit, sich den Kollegen und Mitarbeitern als gescheit, belesen, brillant und niveauvoll zu zeigen!

Vielleicht ist der Bücherstapel auf dem Schreibtisch ein bisschen zu plump und könnte auch darauf hindeuten, dass Sie während der Arbeitszeit Romane lesen. Aber ein Taschenbuch aus der Manteltasche hervorgucken lassen? Vorzugsweise eins aus der Reihe „Suhrkamp Taschenbuch  Wissenschaft“! Hegel! Adorno! Oder Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ unter das Smartphone legen? Das kann Punkte bringen. Vergessen Sie aber nicht, die Titel regelmäßig auszutauschen.

Natürlich müssen Sie nun auch damit rechnen, dass Sie angesprochen werden: „Was lesen Sie denn da?“ weiterlesen »

Kennen Sie das reflexartige Ermüdungsgefühl, das sich einstellt, sobald ein Beamer die ersten „PowerPoint“-Seiten an die Wand wirft? Den inneren Verfall, wenn das Wort „Fact sheet“ fällt? Und hinterher die Leere, weil Sie sich die ganzen Fakten und Zahlen gar nicht merken konnten oder wollten?

Das geht uns allen so. „Stories are how we remember. We tend to forget lists and bullet points“, sagt Robert McKee, der berühmte amerikanische Storyteller und Drehbuchautor. Bloße Fakten vergessen wir einfach. Und Donna Tartt, seine Schriftstellerkollegin, die zehn Jahre lang an ihrem Pulitzer-preisgekrönten Roman „Der Distelfink“ gearbeitet hat, ist sich ebenfalls sicher: Wir brauchen Geschichten: weiterlesen »

Ein schönes Interview mit Wilhelm Schmid in der jüngsten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: Schmid ist Professor für Philosophie an der Universität Erfurt und – was in dieser Konstellation selten ist – Bestsellerautor. Er vermittelt uns in seinen Büchern („Unglücklich sein“, „Liebe“, „Glück“ oder „Dem Leben Sinn geben“) die Philosophie als Lebenskunst, als Wegweiser.

„Permanentes Glück ist langweilig. Gerade zum gelungenen Leben gehört, dass nicht immer alles glatt läuft,“ sagt Schmid.

Ist ständige wirtschaftliche und unternehmerische Fortune dann auch langweilig? Beleben ein schlechterer Monat oder ein mieses Quartal den Geist und damit den Gesamterfolg?

 

schiller_mindfuck_blogFriedrich Schiller (1759-1805) hatte gehörigen Respekt. Als er 1787 in Weimar ankam, war das kleine Städtchen längst besetzt von den drei „Weimarer Riesen“. Der große Schriftsteller Christoph Martin Wieland (1733-1813) wirkte dort, Johann Gottfried Herder (1744-1803), der berühmte Theologe, war der unangefochtene Hofprediger, und wer hatte Stadt und Umland gänzlich unter sich? Natürlich Johann Wolfgang Goethe (1749-1832).

Die fremde höfische Welt machte dem Schwaben Angst, die Etikette, das eingefahrene Leben. Und dazu diese drei erfahrenen älteren Geistesgrößen. Wer war er, Schiller, da schon?

Aber er hat sich nicht einschüchtern lassen. Er besorgte sich einen Termin bei Wieland, und schon am nächsten Tag besuchte er Herder. Und Friedrich Schiller machte mit seinen 28 Jahren eine unglaublich wichtige Erfahrung… weiterlesen »